Grohmannspitze: Dimai/Eötvös

Berg Grohmannspitze 31260m, Langkofelgruppe
Höhenunterschied 500 mH
Schwierigkeit 4

Wieder unterwegs mit Konrad in den Dolomiten! Nach dem letzten Jahr an den Vajolettürmen wollten wir diesmal eine Wandkletterei am Sellajoch machen. Die Wahl fiel auf die Grohmannspitze mit der klassische Dimai/Eötvös und ihrer "Menschenfalle" - eine großzügige Tour im vierten Grad auf einen zentralen Gipfel der Langkofelgruppe, mit einem anspruchsvollen Abstieg über den Normalweg.

 

Nach einigen instabilen (Gewitter-)Tagen hatten wir das Wetter auf unserer Seite: Es war zwar noch nass vom Vortag, aber die Felsen trockneten schnell und unsere Südwand versprach auch einiges an Sonne.

 

Der Zustieg führte über eine steilen Wiesenrücken und den schrofigen Vorbau bis in den unteren Teil der Südwand, von wo sich die Route über sehr kompakten Fels in einer Linksschleife nach oben zieht.

Konrad's zügiger Kletterstil ersparte uns einige Stände - lange, zusammengehängte Seillängen machten uns schnell. Fixes Material steckt in der gesamten Tour ohnehin nur sehr wenig...

Eine sehr exponierte Querung und eine Kaminreihe führten zur bekannten Schlüsselstelle, der "Menschenfalle" - einer Querung über eine glatte Plattenrampe. Exponiert und teilweise fast trittlos fand ich das Ganze durchaus "originell" (O-Ton der Führerbeschreibung). Unglaubliche Leistung zur Zeit der Erstbegehung im Jahr 1908!

 

Am Ende der Menschenfalle liefen wir auf eine weitere Seilschaft auf, die wir rechts über eine weitere Kaminreihe und einen kurzen Steilaufschwung überholten. Nahezu überall in der Wand war der Fels fest und kompakt, das Klettern eine wahre Freude!

Oberhalb folgte eine kurze Gehpassage und abschließend der ebenso kurze Gipfelaufschwung, bis wir am flachen und geräumigen Gipfel ausstiegen.

 

Leider gab es nach anfänglichem Sonnenschein schon unter der Schlüsselstelle erste Nebenschwaden, die immer dichter wurden und für kalte Hände sorgten. Leider war die Aussicht dementsprechend auch "dahin" und am Gipfel durften wir nur einige flüchtige Blicke zum Sellastock genießen.

 

Daher machten wir uns nach einer kurzen Jause bald an den Abstieg. Dieser bietet nochmal alpine Würze: der verwickelte "Enzensberger Weg" verlangt reichlich abklettern und mehrere Abseiler, vor allem im Bereich des Kamins der Schlüsselstelle. Wir durchstiegen und durchkletterten eine wildromantische, zerklüftete Berglandschaft bis zum Einstieg der Route in der Fünffingerscharte.

Ab hier folgte ein steiler Abstieg über große Blöcke, Schotter und zum Schluss liebliche Wiesen bis zum Sellajoch zurück. Was für eine tolle Tour!

 

Route und Topo auf bergsteigen.com.

 

EB Mittwoch 14.08.2019