Hochschwab: Rundtour Trawiestal-G'hacktes-Häuslalm

Berg Hochschwab 2277m
Höhenunterschied insgesamt 1630mH
Gehzeit Aufstieg 3,5h / Abstieg 3h
 

Der dritte Besuch beim "Schwab'n" sollte nun endlich über die Schrofenrinne des "G'hacktn" gehen, was neben einem schönne, markierten Steig auch gleich den direktesten Gipfelanstieg vom Bodenbauer aus darstellt.

 

Mit entsprechend vielen Mitbewerbern starteten wir frühmorgens bei leichtem Nebel, der sich im Trawiestal langsam verlor. Dieses lange Gebirgstal ist zwar wunderschön, zieht sich im Anstieg aber etwas... am Talschluss dann auf guten Wegen stetig hinauf unter die Wandfluchten und zum G'hacktbrunn, der bekannten Quelle direkt unter unserer Aufstiegsrinne. Der Blick von hier in die Südwände ist betörend...

 

Trotz vierbeiniger Begleitung ist der Aufstieg durchs G'hackte schnell erledigt - einer jener altklassichen versicherten Anstiege, die an Stelle hoher Schwierigkeiten immer elegant die schwächste Linie suchen.

Kurz nach dem Ausstieg steht die Fleischer-Biwaschachtel, nun nicht mehr rot, sondern schwarz-gelb lackiert, aha. Jedenfalls ein beliebter Jausenplatz wegen des hier am Kamm vorherrschenden steifen Windes aus Nordwest.

 

Noch den letzten Gipfelaufschwung hinauf, und Menschen und Hund liegen in einer windgeschützten Nische, Sonne im Gesicht, herrliche Aussicht und Nebel in den Tälern - was will man mehr!

 

Für den zwangsläufig folgenden Abstieg hatten wir die Häuslalm-Runde auserkoren: anfangs die wunderschöne Wanderung über das weite Hochplateau, dann die gewundenen Wege durch den Latschengürtel bis zur Häuslalm, und abschließend der Waldgürtel zurück zum Bodenbauer. Klingt lang - ist es auch! Trotz besten Verhältnissen und zügigem Fortschritt dauerte es einige Zeit, bis der Talgrund wieder erreicht war (nebst Radler-Stopp auf der Alm).

 

Klares Fazit: Landschaftlich wirklich eindrucksvolle Tour, aber recht viele Höhenmeter und vor allem lange Wegstrecken (über 22km!) machen diese Tour zur Tagesunternehmung.

 

Samstag 26-10-2013

National"wander"tag 2018: wir hatten eine eineinhalbtägige Hochschwabtour mit Übernachtung am Schiestlhaus geplant, das Wetter wollte aber mitreden: Wettersturz am Vortag mit Schnee bis unter 1000m.

 

Wir wollten's trotzdem versuchen und starteten mit vollem Gepäck (und Fotoausrüstung - Test für Neuseeland!). der Plan war ein Übergang über den Trawiessattel und ein erneuter Aufstieg über den Graf-Meran-Steig, entscheiden wollten wir am G'hackten.

Der wie übliche weite Zustieg zog sich, allerdings bei bestem, fotogenem Herbstwetter. Am G'hacktn drehten erste Gruppen in tiefem, hartem Schnee um, einige gingen weiter. Hier dachten wir uns noch nichts dabei...

 

...waren wir doch scheinbar gut ausgerüstet. Kurz nach Beginn der langen Querung zum Sattel kam dann die Überrasschung: vom Wind bretterhart abgeblasene Hänge, statt Wanderwegen eine 40°-ige Flanke. Steigeisen? Hatten wir für nicht nötig erachtet.

 

Nun ja! Meine Schuhe waren hart genug für das Unterfangen, Tina's weiche Wanderschuhe konnten nicht mit. Wir beendeten den Versuch am winterlich-alpinen Trawiessattel, den an diesem Tag den Spuren nach niemand überquert hatte. Aber wir hatten noch Zeit, Stirnlampen und überhaupt... ein Ersatzziel musste her, und das fanden wir direkt über uns: die schneeigen, aber sonnigen Flanken der Karlhochkogel. Dieser selbst war uns zwar zu weit weg, aber sein vorgeschobener Vorgipfel bot eine herrliche Aussichtskanzel im Angesicht der tief verschneiten Südwand des "Schwaben" - längerer Aufenthalt, nur "gestört" von einer Gämse...

 

Abstieg schlussendlich wie Aufstieg und köstliche Einkehr beim Bodenbauer.

 

Freitag 26.10.2018